Die partikulare Notwendigkeit

Vor 70 Jahren beschämte der Staat Israel durch seine Gründung die zum Schutz der Juden unfähige Weltgemeinschaft. Diese hat dem jüdischen Staat bis heute nicht vergeben, dass die bewaffnete zionistische Staatsgewalt immer noch den wirksamsten Schutz gegen Antisemitismus darstellt.

Der Staat Israel ist ein Gemeinwesen, das die Juden gelehrt hat, sich ihr Eigenbild nicht vom Antisemiten aufprägen zu lassen.

Jean Améry: Der neue Antisemitismus (1976)

Offenkundig jedoch, um an die vorangestellten Worte Jean Amérys anzuknüpfen, gelang und gelingt es den Antisemiten, weiten Teilen der Weltöffentlichkeit ihr Bild vom sogenannten Nahostkonflikt aufzuprägen. Dabei gehört es zur üblichen Praxis, die Israel von seinen Feinden aufgenötigten Abwehrmaßnahmen als willkürliche Diskriminierung und Unterdrückung darzustellen und kein empirischer Beleg, dass die von Israel errichtete sogenannte „Apartheids-Mauer“ die Zahl der antisemitischen Anschläge wirksam zu reduzieren half und die Forderung nach ihrem Abbau folglich auf die nach mehr toten Juden hinausläuft, vermag in das gefestigte Weltbild einzudringen, demzufolge der Hass auf jüdische Souveränität nicht antisemitisch motiviert, sondern lediglich der perfiden zionistischen Staatspraxis geschuldet sei und auf diese reagiere. Während Israels Existenz, wie sich auch an der Eskalation antisemitischer Gewalt in Europa in den letzten Jahren ablesen lässt, heute nötiger denn je ist, dient das weitflächige Beschweigen der antisemitischen Motivation islamistischer Terroristen wie auch die eher schüchterne Berichterstattung über Angriffe auf jüdische Einrichtungen und Einzelpersonen bereits einem stillschweigenden Einverständnis, dass vom innigen Zusammenhang zwischen antiisraelischen/propalästinensischen Kundgebungen und den in deren Verlauf regelmäßig stattfindenden Angriffen auf Synagogen und andere jüdische Ziele nichts wissen will.

Die institutionalisierte Weltgemeinschaft gegen Israel

Zu verdeutlichen, wie weit die Feindschaft gegen die als bedrohlich empfundene, notwendig nationalstaatliche Emanzipation der Juden sich inzwischen globalisiert hat, gibt es keine geeignetere Institution als die zur Weltregierung verklärten Vereinten Nationen, deren Generalversammlung wie auch zahlreiche ihrer Kommissionen als addiertes Welt-Ressentiment gegen abstrakte Herrschaft und Zivilisation, wie es sich weltweit mit zunehmender Krisenanfälligkeit der kapitalistischen Wertverwertung bemerkbar macht, auftreten.

Bereits die Tatsache, dass kein anderer Staat so häufig vom UN-Menschenrechtsrat verurteilt wird wie Israel müsste angesichts der globalen Problemlagen (beispielsweise dem andauernden Bürgerkrieg in Syrien inklusive Giftgaseinsatz, Female Genital Cutting in diversen afrikanischen Ländern oder der Menschenrechtslage im Iran) aufhorchen lassen, den fragwürdigen Charakter der UNO verdeutlicht allerdings nichts so greifbar, wie die Tatsache, das auch die UN-Frauenrechtskommission (unter Beteiligung regimetreuer Iranerinnen) ausgerechnet Israel in einer von geschlechtsspezifischer Unterdrückung wahrlich nicht armen Welt immer wieder gesondert wegen der dort angeblich stattfindenden Frauenunterdrückung denunziert.

Ebenfalls im Sinne dieser Logik spielt sich die Tätigkeit der die Situation in den von Israel „besetzten“ (streng juristisch umstrittenen) Gebieten untersuchenden UN-Organisation ESCWA (Wirtschafts- und Sozialkommission für Westasien) ab, die sich der Bezifferung der Kosten der israelischen „Besatzung“ verschrieben hat, um palästinensische Entschädigungsforderungen bestimmen zu können und sich dabei ausgerechnet an den Modellen zur Aufarbeitung der südafrikanischen Apartheid wie der Sklaverei in den USA orientiert. Die darin enthaltene Relativierung des Leids der Opfer von Apartheid und Sklaverei wie auch deren Gleichsetzung mit einer in relevanten Teilen vernichtungsbereiten Gemeinschaft scheint angesichts der hehren antiisraelischen Agenda eine lässliche Sünde zu sein. Zwar fristet dieser Report nach der von UN-Generalsekretär Antonio Guterres angewiesenen Entfernung von der UN-Homepage ein – zugegeben unerfreulich prominentes – Dasein auf einer der unzähligen Palästina-Solidaritätsplattformen im Internet, allerdings sind derartige Niederlagen für die antiisraelische Phalanx in den Vereinten Nationen in the long run verschmerzbar. Ihre Hauptwaffe zur Denunziation Israels hat die UNO in der direkt nach Israels Gründung installierten UNRWA, dem ausschließlich für die Palästinenser zuständigen UN-Flüchtlingshilfswerk, das dem für die restlichen auf die Welt verteilten Flüchtlinge zuständigen UNHCR zur Seite gestellt wurde und in Gegensatz zu Letzterem nicht einmal offiziell behauptet, eine dauerhafte Lösung der Situation der von ihm betreuten Flüchtlinge anzustreben. Während das UNHCR darauf hinwirkt, den Flüchtlingen in anderen Staaten den Erwerb der Staatsbürgerschaft zu ermöglichen und ihre Integration in die dortigen Gesellschaften zu unterstützen, handelt die UNRWA im entgegengesetzten Sinne und lehnt es daher konsequent ab, diesbezüglich Druck auf jene Staaten auszuüben, in denen sich zahlreiche Palästinenser in Flüchtlingsunterkünften befinden, so dass deren Flüchtlingsdasein perpetuiert wird. Auf diesem Wege erhält die von den arabischen Staaten praktizierte Entrechtung der Palästinenser, vermittelt als notwendige Maßnahme zur Bewahrung ihrer politisch-ethnischen Identität, höchste institutionelle Legitimation.

Trägt diese Weigerung, den Palästinensern als Individuen Perspektiven zu bieten (wie auch die im Widerspruch zur Genfer Flüchtlingskonvention stehende Vererbbarkeit des Flüchtlingsstatus) bereits zur Fortschreibung des Konflikts bei, so zementiert die Organisationsstruktur der UNRWA diese Tendenz noch. Da über 90 Prozent der UNRWA-Mitarbeiter sich aus den von ihr betreuten Flüchtlingen rekrutieren und ein massenhafter Verlust des Flüchtlingsstatus die Organisation überflüssig machen würde, besteht schon der gesicherten Arbeitsplätze wegen ein Interesse an der Aufrechterhaltung des Status Quo.

Wie die UNRWA im Gaza-Streifen ihrer Aufgabe, den Schulunterricht zu gestalten nachkommt und wie sich ihre Angestelltenvertretungen zusammensetzen beschreibt Alex Feuerherdt: „Gedenkzeremonien für Hamas-Führer werden in UNRWA-Schulen abgehalten, UNRWA-Lehrer widmen sich nach Feierabend dem Raketenbau und werden im Falle ihrer Tötung in den UN-Schulen als ‚Märtyrer‘ gefeiert, UNRWA-Jugendclubs mutieren zu Terroristentreffs. Bei den Wahlen zu den UNRWA-Angestelltenvertretungen im September 2012 erzielte die Hamas-Liste einen deutlichen Sieg. 11.500 UNRWA-Mitarbeiter gaben damals ihre Stimme ab, die Hamas gewann alle elf Sitze im Lehrersektor, sechs von sieben im Arbeitersektor und acht von neun im Dienstleistungssektor. Eine konkurrierende Liste gab es – es war die des Islamischen Dschihad.“ Mittels der UNRWA (nebenbei bemerkt die größte UN-Einzelorganistaion) leistet die UNO dieserart ideelle und logistische Aufbauhilfe für kommende Intifadas.

Als institutionalisierte Weltgemeinschaft hat die UNO somit maßgeblichen Anteil daran, dass der Nahostkonflikt weitenteils als der wahlweise kolonialistischen oder imperialistischen Landnahme durch die Zionisten geschuldet wahrgenommen wird und der Antisemitismus der arabischen Welt, sofern er überhaupt Beachtung erfährt, als der israelischen Staatspraxis geschuldete Verirrung interpretiert wird, die dem Kampf um an sich berechtigte Anliegen nicht zur Delegitimierung gereichen dürfe. Ebenso wie die Praxis der UNRWA den Herrschaftsinteressen der arabischen Staatsführer bezüglich ihrer eigenen Behandlung der Palästinenser entgegenkommt, ist das gängige pro-palästinensische Narrativ lediglich insoweit pro-palästinensisch, als es den Interessen von Hamas und Fatah/Autonomiebehörde an der gesellschaftlichen Formierung gegen den metaphysischen Feind durch die folgerichtige Ausblendung innerpalästinensischer Herrschaft dient. Die ungleiche Ressourcenverteilung innerhalb der palästinensischen Gebiete, wie sie z. B. an der beklagten Wasserunterversorgung der Palästinenser zutage tritt, kann somit sowohl aufrechterhalten als auch gegen den zum Feind erkorenen jüdischen Staat propagandistisch in Stellung gebracht werden.

Personifizierung des Abstrakten

Jean Améry schrieb einst, dass der Antisemitismus im Antizionismus enthalten sei wie das Gewitter in der Wolke und in beiden Fällen verdankt sich der Inhalt des je Projizierten weniger der realen Beschaffenheit des Gegenstandes als den Denkformen der Projizierenden. Dem Antisemiten ist der Jude das die Gemeinschaft zersetzende Element, in dem die abstrakte Seite der kapitalistischen Moderne personalisiert wird. Zirkulationssphäre, sexuelle Libertinage und kommunistische Bedrohung werden hier umstandslos zu einer die gewachsenen Gemeinschaften unterminierenden Weltverschwörung amalgamiert – worin auch die Differenz des Antisemitismus zum Rassismus besteht, da Letzterer partikularen Charakters ist und in Abgrenzung zur eigenen „Rasse“ auf die „Anderen“ zielt, während die Juden dem Antisemiten die „Gegenrasse“ sind. Aus diesem Grund fanden sie sich, was die Kalorienversorgung in den nationalsozialistischen Lagern betraf, am untersten Ende der lagerinternen Hierarchie, da die Ausbeutung ihrer Arbeitskraft den Tod intendierte und nicht lediglich (wie bei anderen Gefangenen) als Nebeneffekt der zu leistenden Arbeit billigend in Kauf genommen wurde. Rationalisiert der rassistische Produktionsmittelbesitzer die ihm Extraprofite gewährenden ungleichen Ausbeutungsbedingungen und legitimiert der rassistische Arbeitskraftbehälter dieserart den geforderten Ausschluss als fremd definierter Konkurrenten, so lässt die antisemitische Projektion aufgrund ihrer Unterstellung jüdischer Weltherrschaft keinen Ausweg als die Vernichtung. Der schizophrenen Spaltung des Bürgers in Citoyen und Bourgeois entsprechend spaltet das Subjekt im Einverständnis mit der Herrschaft das Kapital in eine konkret-stoffliche und eine durch Finanzkapital und Zirkulationssphäre verkörperte abstrakte Seite. Während die Rassifizierten als überaus stofflich wahrgenommen werden, erscheinen die Objekte des Antisemitismus als Personifizierung der mit der Ablösung des Feudalismus zusammenfallenden apersonalen Herrschaft des Wertgesetzes. Da dem Antisemiten sowohl Kapitalverhältnis als auch – durch die Diaspora – Judentum als global erscheinen kann es für die Juden nach der gescheiterten Emanzipation in den bürgerlichen Staat zur Abwehr des Antisemitismus nur die staatsförmige Emanzipation inmitten bürgerlicher Staaten geben. Eben diese am Antisemitismus gescheiterte Emanzipation in den bürgerlichen Staat nötigt dem Zionismus auf, dass ihm eigene Spannungsverhältnis zwischen Universalismus und Partikularismus in praktischer Hinsicht zumindest so lange partikularistisch zu lösen, bis die den Antisemitismus immer wieder hervorbringende Herrschaft von Wertgesetz und abstrakter Arbeit revolutionär abgeschafft ist.

In der geopolitischen Erscheinung dieser Projektion, dem Antizionismus, erscheint Israel analog als Zersetzer der Völkergemeinschaft, die nur deswegen von Konflikten und Armut erschüttert wird, weil es im Interesse des weltbeherrschenden Zionismus läge, die Völker gegeneinander aufzuhetzen. Was im ökonomischen Sinne verallgemeinerbares Prinzip kapitalistisch-apersonaler Herrschaft ist wird derart ebenso einer greifbaren Konkretion zugeschrieben wie die allen Staaten wesenhafte „Künstlichkeit“ allein an Israel erkannt zu werden vermag (wie Stephan Grigat treffend bemerkte, wachsen Staaten ja generell nicht an Bäumen).

Hofierung des antisemitischen Kollektivs

Die sich der jüdischen Emanzipationsbewegung entgegenstellende arabisch-islam(ist)ische Gewalt artikulierte sich von Anfang an – vor allem in Gestalt der 1928 in Ägypten gegründeten Muslimbruderschaft, deren palästinensischer Ableger 1988 unter dem Namen Hamas ein antisemitisches Dauerpogrom gegen israelische Zivilisten installierte, sowie des politischen und religiösen Führers der Antisemiten im Palästina der 1920er und 1930er Jahre und Nazikriegsverbrechers Hadj Amin el-Husseini – offen antisemitisch und ihre ideologischen Grundlagen werden heute in palästinensischen Schulen mit Hilfe internationaler Hilfsgelder bereits Kindern vermittelt. Dass dies in den Debatten und Diskursen der höchste politische Kreise umfassenden globalen Palästina-Solidarität keinen Platz hat, ist inzwischen kaum mehr als Fehler der in diesen Debatten als Anwälte der Palästinenser auftretenden Wortführer zu betrachten. In diesem Sinne verkündete eine von den Nahost-Experten von CDU, SPD und Grünen verfasste Erklärung über Eckpunkte einer deutschen Nahost-Politik von August 2001 mit unverhohlenem Stolz: „Die Unterstützung der palästinensischen Staatswerdung ist prioritär. Die finanzielle Hilfe, die das palästinensische Gemeinwesen direkt oder indirekt aus Deutschland erhält, übersteigt die Hilfe jedes einzelnen anderen Staates. Diese Unterstützung ist eine bewußte und richtige Entscheidung deutscher Politik, und Deutschland sollte sich einer Rolle als Geburtshelfer und Pate des zukünftigen palästinensischen Staates nicht entziehen.“ Vielmehr ist die in derartigen Erklärungen zutagetretende Ignoranz gegenüber dem unbestreitbar antisemitischen Charakter der palästinensischen Gesellschaft Voraussetzung, über eine Zweistaaten-„Lösung“ zu halluzinieren, die unter den gegebenen Bedingungen die Bereitstellung eines souveränen Staates für den palästinensischen Djihad gegen Israel zur Folge hätte.

Das antisemitische Ressentiment, das dem antizionistischen Furor zugrundeliegt, ist hierbei von beachtlicher Flexibilität und historischer Anpassungsfähigkeit. Hat Alfred Rosenberg, „das philosophische Orakel“ der NSDAP – wie Franz Neumann ihn in seiner Studie Behemoth. Struktur und Praxis des Nationalsozialismus 1933-1944 nannte – in seiner Schrift Der staatsfeindliche Zionismus noch beharrlich bestritten, dass die Juden überhaupt zur Staatsbildung fähig seien, so ist es heute umso mehr en vogue, den Juden äquidistant-antinationalistisch vorzuwerfen, dass sie in einer als postnational halluzinierten Welt immer noch halsstarrig an ihrer nationalen Exklusivität festhielten oder sich an die dekonstruktivistische Erledigung des Zionismus unter anti-identitären Vorzeichen zu machen, während die djihadistische Gewalt die Juden derweil allzu konkret und leiblich bedroht. Den Antizionisten, denen es eine Zumutung ist, dass Juden ihnen nicht mehr ausschließlich als Objekte von Verfolgung und Herrschaft entgegentreten, ist es daher bare Notwendigkeit, die nationalsozialistische Judenvernichtung entweder zu leugnen (wofür das iranische Regime als einziger Staat, der eine – international hochrangig besetzte – Holocaustleugnerkonferenz ausgerichtet hat und dieser inzwischen eine zweite folgen ließ, als beispielhaft angesehen werden kann) oder umzudeuten und die palästinensischen Araber wahrheitswidrig zu „Opfern der Opfer“ zu stilisieren. Dass dieses Lieblingsvolk des Antiimperialismus im Ensemble der nationalsozialistischen Hilfsvölker weit mehr als nur eine Komparsenrolle einnahm, muss dementsprechend von jenen seiner internationalen Unterstützer verdrängt und geleugnet werden, die ihrem antiisraelischen Engagement die emanzipatorische Weihe nicht versagen zu können meinen.

Da die Araber in Palästina während der Auseinandersetzungen im nicht unmaßgeblich vom nationalsozialistischen Deutschland finanzierten arabischen Aufstand gegen zionistische Einwanderung, jüdische Präsenz und britische Mandatsmacht in den Jahren 1936-1939 jedoch keineswegs ein homogenes antisemitisches Kollektiv bildeten, richtete sich dieser nicht zuletzt gegen die innerarabische Opposition um den den Juden gegenüber grundsätzlich kooperations- und kompromissbereiten Clan der Nashashibis. Bei dieser Gelegenheit wurden auch gleich jene zu Volksfeinden gestempelten Elemente der arabisch-palästinensischen Gesellschaft ausgeschaltet, die sich als westlich gebrandmarkten Vergnügungen hingaben oder eine von der islamistischen Doktrin el-Husseinis abweichende Vorstellung von Geschlechterverhältnissen und Bekleidungsvorschriften vertraten. Dementsprechend impliziert die Parteinahme für die konsequentesten antizionistischen Fraktionen der palästinensischen Gesellschaft damals wie heute notwendig die Denunziation eben jener Kräfte, die deren maximalistischen Kurs nicht mitzutragen und diesem Kollektivierungswahn ihre persönlichen Interessen nicht zu opfern bereit sind. Hieraus folgt geradezu notwendig die Nivellierung jeglicher Unterschiede in der konkreten inhaltlichen Bestimmung von Herrschaft, die den Antiimperialismus auf seine heute gängige Form heruntergewirtschaftet hat: einem Plädoyer für artgerechte Haltung, dem jeder als Verräter verdächtig scheint, der der kollektiven Freund-Feind-Bestimmung nicht sein „borniertes“ persönliches Wohlergehen bereitwillig unterordnet. Dem entspricht auch heute noch innerhalb der hofierten palästinensischen „Nationalbewegung“ die Behandlung von „Kollaborateuren“, die bereits dadurch schuldig werden können, dass sie Videotheken betreiben oder mit der falschen Person Sex haben, wobei deren Bestrafung keinesfalls, wie von den Apologeten der „gemäßigten“ Autonomiebehörde suggeriert wird, lediglich von der offen terroristischen Hamas, sondern ebenso, wenn auch vielleicht weniger zahlreich, von der PLO ausgeführt wird (während der 2000 ausgebrochenen Al-Aqsa-Intifada – dies zur immer wieder vorgenommen Unterscheidung zwischen „extremistischer“ Hamas und „gemäßigter“ PLO/Fatah – blieb die Hamas bezüglich der Zahl zu verantwortender Selbstmordanschläge auch hinter der „Produktivität“ der Fatah zurück). Daher nähert sich der linke Antizionismus – ob nun universalistisch oder partikularistisch rationalisiert – zwangsläufig kulturrelativistischen Positionen an und bestreitet notwendig die Emanzipationswürdigkeit der in ihren individuellen Selbstbestimmungsinteressen negierten Angehörigen der zu antiimperialistischen Kollektiven heraufdefinierten arabischen Gesellschaften.

Der unbestrafte Nazikriegsverbrecher als Mentor der Ablehnung arabisch-zionistischer Koexistenz

Die israelische Staatsgründung stellt entgegen landläufiger Interpretation nicht lediglich eine aus der nationalsozialistischen Vernichtung gezogene Konsequenz dar, sondern musste auch gegen die in Identifikation mit der deutschen Ideologie verfolgten arabischen Bestrebungen zu ihrer Verhinderung blutig erkämpft werden. Allerdings ging ihr bereits eine Radikalisierung der ohnehin den Juden gegenüber alles andere als wohlgesonnenen Haltung in Teilen der arabischen Welt voraus und bereits ab 1920 kam es unter Führung von Arafats späterem politischen Ziehvater Hadj Amin el-Husseini zu Pogromen, die sich nicht gegen zionistische Einwanderer, sondern gegen alteingesessene und zumeist wehrlose jüdische Gemeinden richteten. Begünstigt wurden die judenfeindlichen Positionen in der arabischen Welt durch die britische Mandatsmacht, die in den 1920er und 1930er Jahren mehr und mehr von ihrer in der Balfour-Deklaration 1917 zum Ausdruck gebrachten Absicht, die Bildung einer nationalen Heimstätte der Juden zu fördern, abrückte und die Einwanderungsquoten für Juden senkte bzw. gerade zu dem Zeitpunkt von arabischer Zustimmung abhängig machte, als die nationalsozialistische Politik eine sichere Zufluchtsstätte für die im deutschen Machtbereich lebenden Juden immer drängender erfordert hätte.

In Folge des erwähnten Aufstandes, in dessen Verlauf die Araber den von der britischen Peel-Kommission 1937 vorgelegten Teilungsplan ablehnten, der ihnen erstmals politische Souveränität in Palästina gewährt hätte, wurde el-Husseini ausgewiesen und gelangte über Umwege nach Deutschland. Dort war er ab Ende 1941 Hitlers persönlicher Gast und leitete die arabischsprachige Abteilung des nationalsozialistischen Kurzwellensenders in Zeesen bei Berlin. Außerdem rekrutierte er für die Nazis bosnisch-muslimische SS-Einheiten und verhinderte durch persönliche Intervention den bereits beschlossenen Austausch 5000 jüdischer Kinder, die samt erwachsener Begleitpersonen nach Palästina hätten ausreisen dürfen, gegen in ausländischer Haft befindliche zeugungsfähige Deutsche. Am 6. Mai 1943 schrieb er in dieser Angelegenheit an den bulgarischen Außenminister: „Ich möchte mir erlauben, Ihre Aufmerksamkeit darauf zu lenken, daß es sehr angebracht und zweckmäßiger wäre, die Juden an der Auswanderung aus ihrem Land zu verhindern und sie dorthin zu schicken, wo sie unter starker Kontrolle stehen, z.B. nach Polen. Damit entgeht man ihrer Gefahr und vollbringt eine gute, dankbare Tat dem arabischen Volk gegenüber...“ El-Husseini dürfte gewusst habe, was mit den jüdischen Kindern in Polen geschehen würde, da er gemeinsam mit Adolf Eichmann die Vernichtungslager in Auschwitz und Majdanek besucht hat. Die ungarische Regierung mahnte er an, die Vernichtung der im Lande befindlichen 800 000 Juden nicht hinauszuzögern.

Vermutlich aufgrund der Erwägung, sich die arabische Welt gewogen zu stimmen, rangen sich die Alliierten nicht dazu durch, el-Husseini verdientermaßen als Nazikriegsverbrecher vor Gericht zu stellen, so daß er von seinem politischen Asyl in Kairo aus ab 1946, unter anderem als Führungsfigur des Obersten Arabischen Komitees sowie durch Teilnahme an zahlreichen islamischen Konferenzen, seine propagandistische Arbeit an der Schaffung einer gemeinsamen antisemitisch-arabischen Front fortsetzen konnte und bereits in den 1950er Jahren Yassir Arafat motivierte, eine politische Laufbahn einzuschlagen. Diesem diente el-Husseini bis wenige Jahre vor seinem Tod als häufig frequentierter Konsultationspartner.

Ein der den Deutschen gegenüber praktizierten Re-Education-Politik (so sehr ihr nachhaltiger Erfolg zweifelhaft scheinen mag) vergleichbarer Anstoß zu innerarabischer Selbstkritik blieb von seiten der Alliierten aus und nicht nur in Palästina waren die Stimmen, die in der arabischen Welt andere gesellschaftliche Vorstellungen als beispielsweise der Hassprediger el-Husseini oder die Muslimbruderschaft vertraten, weitgehend zum Schweigen gebracht, so dass es kaum verwundert, dass die palästinensischen Araber dem UN-Teilungsbeschluss vom 29. November 1947 – der ersten und bisher auch letzten proisraelischen Entscheidung der UNO – mit radikaler Ablehnung begegneten und erneut die Möglichkeit zur Erlangung politischer Souveränität ihrem antizionistischen Primat opferten. Entgegen antiimperialistischer Lesart wurde der Teilungsbeschluss bei der diesbezüglichen UN-Abstimmung von den Briten abgelehnt, während die USA sich enthielten und die UdSSR mitsamt der mit ihnen verbündeten Sowjetrepubliken – in einer äußerst kurzen Phase sowjetischer Israelsolidarität, die allzubald gegen engagierte Unterstützung des arabischen Antizionismus eingetauscht wurde – die Annahme des Beschlusses durch ihre Zustimmung erst ermöglichte. Die Juden in Palästina nahmen den Teilungsbeschluss an, mussten sich jedoch zuerst der bewaffneten arabischen Aggression erwehren, die sich ihrer Staatsgründung in den Weg stellte.

Der eingekreiste Staat und die arabische Unschuld

Nach dem Teilungsbeschluss 1947 standen 600 000 Juden einer mindestens doppelt so hohen Zahl Araber in Palästina gegenüber, die jedoch im Vergleich zu den sich inzwischen seit Jahrzehnten auf die Aufgaben des staatlichen Aufbaus vorbereitenden zionistischen Organisationen wesentlich unorganisierter waren. Gegenüber der höheren Vernetzung der zionistischen Ökonomie, die beispielsweise die Blockade der verschiedene jüdische Siedlungen verbindenden Landstraßen zu einer existentiellen Bedrohung machte, erwiesen sich die teils autarken Dorfstrukturen der Palästinenser anfangs als überlegen. In Erwartung des Angriffs der arabischen Staaten nach dem Abzug der Briten bereiteten die Zionisten und ihre inoffizielle Armee, die Haganah, sich mittels Truppenkonzentrationen auf die Verteidigung des Landes, zu dem es für die dortigen Juden keine Alternative gab, vor. Die mancherorts stattgehabten Vertreibungen der arabischen Bevölkerung im Rahmen des Dalet-Plans hatten keineswegs, wie das palästinensische Narrativ suggeriert, den Charakter ethnischer Säuberungen, sondern waren der Notwendigkeit geschuldet, verteidigungsfähige Grenzen jüdisch besiedelter Gebiete zu schaffen und sind ohne die arabischen Aggressionen und Vernichtungsdrohungen (schließlich kündigten die arabischen Staaten ihre Absicht, die Juden nach Abzug der Briten anzugreifen, bereits langfristig und vollmundig an) gar nicht denkbar. Dass der Dalet-Plan erst fünf Monate nach Ausbruch der Kampfhandlungen entworfen und umgesetzt wurde verdeutlicht den ad-hoc-Charakter der notwendig improvisierten Führung eines Krieges, dessen Ausbruch die politischen Führer der arabischen Welt zu verantworten hatten. Tatsächlich haben die Zionisten im Gegensatz zur palästinensischen Legendenbildung versucht, wie auch aus Aufzeichnungen des britschen Geheimdienstes hervorgeht, einen vollständigen Abzug der arabischen Bevölkerung zu vermeiden um die ökonomische Stabilität des künftigen jüdischen Staates zu gewährleisten. „Als der Staat Israel Mitte Mai gegründet wurde, waren etwa dreihunderttausend Palästinenser bereits geflohen. Sie waren unfreiwillig zu Flüchtlingen geworden, aber nur wenige von ihnen waren tatsächlich vertrieben worden, und mit Sicherheit nicht aufgrund irgend eines zuvor ausgearbeiteten Plans. Es war vielmehr so, dass der Krieg anders verlief, als sie es erwartet hatten.“ (Yaacov Lozowick)

Während der ersten Wochen der arabischen Invasion, die bereits einen Tag nach Ausrufung des jüdischen Staates erfolgte, gelang es den israelischen Streitkräften relativ schnell, die Syrer und Iraker durch ihren Widerstand einzuschüchtern (die transjordanische Armee kämpfte weitestgehend nur in Gebieten, die der UN-Teilungsbeschluss dem zu gründenden palästinensisch-arabischen Staat zusprach, „befreite“ aber auch das jüdische Viertel in Jerusalem von einer 700 Jahre andauernden, ununterbrochenen jüdischen Präsenz, da König Abdullah es – wie auch seine bisherigen Nachfolger – für undenkbar hielt, dass in seinem Herrschaftsbereich Juden lebten), die ägyptische Armee, von den arabischen Armeen die bestausgerüstete, erwies sich jedoch als deutlich hartnäckiger. Um die jüdischen Siedlungen in der Negev-Wüste zu verteidigen, drangen Teile der im Juni gegründeten Israel Defense Forces Ende 1948 in den Sinai ein, was zu sofortigen Rückzugsforderungen seitens der USA und Großbritanniens führte. Die darauf folgenden Waffenstillstandsverhandlungen führten in der ersten Jahreshälfte 1949 zu Waffenstillstandsabkommen mit allen an der Invasion beteiligten arabischen Staaten außer dem Irak.

Hier wie auch in den späteren israelisch-arabischen Kriegen gehörte es zur antizionistischen Ideologie, von den jeweils unterschiedlichen Zielen der Kriegsführung zu abstrahieren, um auf dem Schlachtfeld der Empirie Israel die arabischen Opfer vorzuhalten. Während Israel lediglich darum kämpfte, den eigenen Staat zu verteidigen, ging es den arabischen Armeen jedoch, wie auch in den folgenden Waffengängen, um die Vernichtung des – ein Tausendstel des arabischen Territoriums ausmachenden – jüdischen Staates mitsamt seiner Einwohnerschaft. In der Folge wurden Israel die erst durch die arabische Aggression und ihre notwendige Abwehr verursachten palästinensischen Flüchtlinge, deren Zahl sich aufgrund des beispiellosen vererbbaren Flüchtlingsstatus mittlerweile auf je nach Schätzung bis zu sieben Millionen verzehnfacht hat, in Rechnung gestellt, während die arabischen Staaten etwa ebenso viele Juden aus ihrem Hoheitsgebiet auswiesen und deren Besitz entschädigungslos einbehielten. Anstatt sich, wie es der immer wieder um das palästinensische Wohlergehen besorgten Rhetorik arabischer Staatsführer entsprochen hätte, um die Integration dieser Flüchtlinge zu bemühen, werden diese seitdem als Faustpfand in Verhandlungen verwendet, um ihre den notwendig jüdischen Charakter Israels negierende Wiederaufnahme zu fordern.

1956 war Israel gezwungen, auf die existenzbedrohende Blockade seines Meereszugangs sowie seines Luftraums seitens Ägyptens zu reagieren, im – immer wieder als israelische Aggression dargestellten – Sechstagekrieg 1967 sah es sich bei einer Einwohnerzahl von ca. 2 Millionen nicht nur 500 000 arabischen Soldaten an seinen Grenzen gegenüber, sondern auch einer Bewaffnung, die die israelische in jeder Hinsicht weit überstieg. Unfähig, die notwendige Mobilisierung von Reservisten und den damit verbundenen massenhaften Abzug von Arbeitskraft nationalökonomisch dauerhaft zu kompensieren und nicht zuletzt auch aufgrund der Weigerung der Weltgemeinschaft, den offen bekundeten Vernichtungsabsichten der an der Belagerung beteiligten arabischen Staaten effektiv entgegenzutreten, hätte Israel, in Untätigkeit verharrend, langfristig der Zerstörung auch dann entgegengesehen, wenn kein einziger arabischer Soldat auch nur einen Schuss abgegeben hätte. Nicht zuletzt die Weigerung des US-amerikanischen Präsidenten Lyndon B. Johnson, zu verkünden, die USA würden einen arabischen Angriff auf Israel einem Angriff auf US-amerikanisches Territorium gleich behandeln, machte den den Kriegsverlauf entscheidend beeinflussenden Präventivschlag gegen die ägyptische Luftwaffe am Morgen des 5. Juni unausweichlich.

Nachdem Israel Ostjerusalem eroberte und die zwei Jahrzehnte zuvor erzwungene Vertreibung der dortigen Juden rückgängig machte verfügte Moshe Dayan als Oberbefehlshaber der Streitkräfte umgehend die Übergabe der Autorität über die auf dem Tempelberg gelegene al-Aqsa-Moschee an die islamische Religionsbehörde Waqf und Israel bot Ägypten, Jordanien und Syrien, von denen es den Gaza-Streifen, die Westbank und Teile des Golan erobert hatte, eine Rückgabe der Gebiete gegen Friedensverträge und Existenzgarantien an, ein Angebot, das noch im selben Jahr auf der arabischen Konferenz in Khartum mit dem berühmt gewordenen dreifachen Nein beantwortet wurde: Nein zu einem Frieden mit Israel, Nein zu Verhandlungen mit Israel, Nein zur Anerkennung Israels.

Nach einem mehrere Jahre währenden Abnutzungskrieg zwischen Israel und Ägypten brachen die Feindseligkeiten 1973 im Yom Kippur-Krieg erneut offen aus. Auf syrischer Seite standen hierbei auch Soldaten der Nationalen Volksarmee der DDR bereit, kamen jedoch nicht zum Einsatz. In diesem Krieg, dessen Ausbruch Israel überraschte und der den jüdischen Staat an den Rand einer Niederlage brachte, war es Ariel Sharon zu verdanken, dass diese abgewendet werden konnte. Sharon war es auch, der federführend die Überschreitung des parlamentarisch erteilten Mandats zur Ausschaltung der PLO im Libanon-Krieg 1982 zu verantworten hatte, in dessen Verlauf es zu einem von mit Israel verbündeten christlichen Falangisten verübten Massaker in den Flüchtlingslagern von Sabra und Shatila kam, allerdings protestierten gegen die militärische Praxis in diesem Krieg allein in Tel Aviv 200 000 Menschen – vergleichbare Demonstrationen gegen die arabischen Vernichtungsabsichten gab es in arabischen Hauptstädten während der gesamten Geschichte des Konflikts nicht – und sowohl Sharons Karriere erfuhr einen Einbruch als auch die Karrieren der politisch Verantwortlichen Itzhak Shamir und Menachem Begin.

Die Konterrevolution als Befreiungsbewegung

Der in der Weltöffentlichkeit so unablässig goutierte Ruf nach palästinensischer Staatlichkeit löste erst mit der für die arabischen Staaten verheerenden Niederlage im Sechstagekrieg die vorher vorherrschende panarabische Ausrichtung des antizionistischen Kampfes ab. Davon ausgehend, dass die Kampfmethoden einer politischen Bewegung in transparentem Zusammenhang mit ihren Zielen und ihrem politischen Charakter stehen, haben die folgenden Jahre mit regelmäßigen Flugzeugentführungen (an einer 1976 von der PLO-Unterorganisation PFLP durchgeführten, bei der israelische Fluggäste und solche mit jüdisch klingenden Namen von freizulassenden Nicht-Juden separiert wurden, nahmen mit Brigitte Kuhlmann und Winfried Böse auch zwei deutsche Terroristen der Revolutionären Zellen teil) sowie der tödlichen Entführung der israelischen Olympia-Mannschaft 1972 in München oder auch einem tödlichen Überfall auf eine israelische Schule in Maalot sowie zahlreichen anderen mörderischen Aktionen ausreichend Material zur Erledigung des „antiimperialistischen Kampfes“ der Palästinenser geliefert.

Die Lebenslüge der linken Palästinasolidarität, Israel würde den Palästinensern die Gründung eines souveränen Staates verwehren, blamiert sich spätestens dann, wenn die diesbezüglichen Lippenbekenntnisse palästinensischer Führer einem Vergleich mit ihren gegenüber einem vertrauteren Publikum gegenüber getätigten Aussagen unterzogen werden. Der ohnehin nie um Lobpreisungen für palästinensische Massenmörder verlegene Arafat, dessen Autonomiebehörde die Familien von Selbstmordattentätern überaus großzügig alimentierte, hat wenige Monate nach der Unterzeichnung des Abkommens von Oslo 1993, das als Grundlage eines langfristigen Friedens dienen sollte, dieses in einer Johannesburger Moschee in Tradition des Propheten Mohammed im Sinne einer Hudna interpretiert, also als Abkommen, mittels dessen der Feind in Sicherheit gewogen werden soll, um Zeit zur Sammlung und Verstärkung der eigenen Kräfte zu gewinnen und zu einem geeigneteren Zeitpunkt anzugreifen. Ganz in diesem Sinne äußerte sich auch der Sprecher der Araber Jerusalems, Faisal el-Husseini, als er die Oslo-Verträge als „trojanisches Pferd“ bezeichnete und weiterhin die „Befreiung des gesamten historischen Palästina vom [Jordan-] Fluß bis zum [Mittel-] Meer, selbst wenn das bedeutet, daß der Konflikt weitere tausend Jahre oder viele Generationen fortdauert“, zum Ziel erklärte. Während der Jahre nach der Unterzeichnung des Osloer Abkommens hat Arafats Polizei bei mehreren Gelegenheiten israelische Kollegen, mit denen sie gemeinsam patroullieren sollte, tödlich angegriffen und eine Welle von Mordanschlägen auf israelische Zivilisten erschütterte das gesellschaftliche Leben in Israel. Nach den Verhandlungen in Camp David 1999 tätigte Arafat mit einer Kalashnikov in der Hand die Aussage: „Mit Blut werden wir dich rächen, Palästina!“

Nach Arafats Tod setzte sein Nachfolger Mahmud Abbas die bisher verfolgte Politik würdig fort, wie er beispielsweise in seiner Rede am 30. April diesen Jahres in Ramallah unter Beweis stellte, in der er den eliminatorischen Antisemitismus auf das soziale Verhalten der Juden zurückführte und diesen eine Mitschuld am Holocaust attestierte. Diese Aussagen sind beileibe keine rhetorischen Ausrutscher, sondern bewegen sich ganz im Rahmen der Logik seiner in den frühen 1980er Jahren verfassten Dissertation, in welcher er die Zahl der dem nationalsozialistischen Vernichtungsprogramm zum Opfer gefallenen Juden auf mehrere Hunderttausend reduzierte und der er ein im gleichen Sinne verfasstes Buch folgen ließ, in dem er sich auf den prominenten Holocaust-Leugner Robert Faurisson bezog. Seinen späteren Bekundungen zur Anerkennung der Realität des Holocaust zum Trotz hat seine Autonomiebehörde Professor Mohammad Aldajani, der an der al-Quds-Universität lehrte und seine Studenten motivierte, sich mit der Geschichte der nationalsozialistischen Judenvernichtung auseinanderzusetzen, zur Aufgabe seiner Lehrtätigkeit gedrängt. Wie gering unter Politikern des EU-Parlaments die Ansprüche an Wahrheit und Beweiskraft sind, wenn es nur gilt, dem palästinensischen Narrativ Bestätigung wiederfahren zu lassen, zeigte sich, als Abbas 2016 in einer Rede vor dem EU-Parlament eine modernisierte Variante der antisemitischen Brunnenvergiftungslegende zum Besten gab, indem er behauptete, es gäbe in Israel Rabbiner, die die Regierung dazu hätten bewegen wollen, das palästinensische Trinkwasser zu vergiften und somit einen Völkermord an ihnen zu begehen. Diese Rede, deren Inhalt Abbas wenige Tage später widerrufen musste, wurde vom EU-Parlament mit stehenden Ovationen bedacht und der spätere, kolossal gescheiterte, SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hielt es in seiner damaligen Funktion als EU-Ratspräsident für unerlässlich, die Rede via Twitter als „very inspiring“ zu bezeichnen. Auch sind die von Seiten der Autonomiebehörde, also unter Ägide von Abbas, im letzten Jahr geleisteten Zahlungen an Terroristen wie auch die Familien von Märtyrern wieder gestiegen und übertrafen die finanziellen Leistungen, die unter dem offiziellen Existenzminimum lebenden Familien zugute kommen.

Zwischen zivilgesellschaftlichem Antisemitismus und iranischem Behemoth

Wenig überraschend ist, dass Politiker vom Schlage eines Sigmar Gabriel, der keine Hemmungen hat, Israel Apartheidspolitik vorzuwerfen, gedeihliche Beziehungen mit der sich offen zum Ziel der Vernichtung Israels bekennenden Islamischen Republik Iran nicht sonderlich problematisch finden. Stand bereits der Krieg, den das Teheraner Mullah-Regime 1980 gegen den Irak zu führen begann, unter der Ägide der letztlichen „Befreiung“ Jerusalems hat sich die Gefahr, die von den Mullahs für den jüdischen Staat ausgeht aufgrund der iranischen Atombestrebungen und auch durch die bereits Jahrzehnte dauernde Unterstützung von Hamas und Hisbollah sowie des syrischen Assad-Regimes dramatisch erhöht. Die Frage, ob es noch fahrlässig oder schon von heimlichem Einverständnis motiviert ist, einem Regime, auf dessen Raketen bei Tests die Losung „Tod Israel“ prangt und das überdies die einheimische Bevölkerung einem ohne Umschweife als faschistisch zu denunzierenden Tugendterror aussetzt, Vertragswürdigkeit zuzusprechen, muss an dieser Stelle unbeantwortet bleiben. Allerdings ist es schon symptomatisch, dass die deutsche Politik sich innerhalb Europas als Vorreiter einer Haltung inszeniert hat, die sich als „Schutzschild“, so Joschka Fischer 2004 auf einer Botschafterkonferenz, gegen die unter George W. Bush noch sanktionsbereitere US-Politik verstanden wissen wollte. Dementsprechend begrüßenswert erschien den Deutschen die Präsidentschaft Obamas, kam sie doch dem Interesse an einem Einvernehmen mit dem Holocaustleugner-Regime in Teheran entgegen. Da im Rahmen dieses Textes nicht auf die Unterschiede der 5+1-Mächte (USA, Frankreich, England, Russland, China und Deutschland) in ihrer Haltung zum Iran eingegangen werden kann, sei hier nur festgestellt, dass keine der an den Verhandlungen beteiligten Mächte auch nur ansatzweise einen Zusammenhang des iranischen Atomprogramms mit der großzügig gewährten Unterstützung, die Teheran antisemitischen Terrorgruppen wie Hamas und Hisbollah zuteil werden lässt, herzustellen gewillt war und auch der vom Regime zu verantwortende Terror in Form von Mordanschlägen gegen Exil-Iraner sowie auf Einrichtungen wie das jüdische Gemeindezentrum in Buenos Aires 1994, für den das iranische Komitee für Sonderangelegenheiten verantwortlich zeichnete, trübte den Willen zum Vertrag nicht entscheidend. Der Wille zur Verleugnung des inhärenten Zusammenhangs des antizionistischen Primats der iranischen Außenpolitik und der Atompolitik des Regimes steht dann auch Pate bei der Integration des Iran in die internationalen Bemühungen, Syrien zu „stabilisieren“, womit der Iran inzwischen direkt an der syrischen Grenze zu Israel präsent ist. Das Auftauchen von Revolutionsgarden-General Mohammad Reza Naqdi an der syrisch-israelischen Grenze im Juli 2016 mag symbolisch verdeutlichen, wie nah eine militärische Eskalation und wie dünn der Boden der „Stabilität“ in der Region inzwischen ist.

Angesichts der hier notwendig nur angedeuteten Historie antisemitischer Aggression den Juden von links anzuraten, ihre Emanzipation auf den weltrevolutionären Sankt-Nimmerleinstag und die kommunistische Erlösung universalistisch zu verschieben ist politisch nicht weniger kriminell als, wie es der BDS, FOR Palestine und verwandte antisemitische Wölfe im Wolfspelz tun, von einer Lösung des Nahostkonflikts in Form eines gemeinsamen demokratischen Staates, in dem die Juden demographisch zur der Gnade ihrer arabischen Herren ausgelieferten Minderheit würden und die letztlich nur eine andere Formel für die Forderung „kein jüdischer Staat“ ist, zu schwadronieren.

Den linken Gegnern des jüdischen Staates, denen es darum zu tun ist, sich selbst emanzipatorischen Bestrebungen zuzuordnen, ist die Solidarität mit dem palästinensischen Kampf um Selbstbestimmung, wie ihr Euphemismus für die Zerstörung Israels lautet, und die damit verbundene Gleichgültigkeit gegenüber dem konkreten Inhalt dieser Selbstbestimmung wie auch ihre Erhebung zum über- und ahistorischen Prinzip derart zur zweiten Natur geworden, dass dem notwendig ein homogenitätstrunkenes Bild des von ihnen hofierten palästinensischen Volkes entspringt, in dem jede Individualität und Abweichung suspendiert ist. Den Juden selbiges Recht auf Selbstbestimmung abzusprechen hat notwendig das Flottieren antisemitischer Projektionen zur Folge, die in der aufgrund der permantenten Vernichtungsdrohung notwendig militärischen Selbstbehauptung des jüdischen Staates nur die Landnahme zulasten des konkreten, seinem Boden verhafteten Volkes verwirklicht sehen kann (wobei es für die hier verhandelten Projektionen unerheblich ist, dass aufgrund der durch die britische Mandatsmacht geförderten arabischen Einwanderung in Palästina ein nicht geringer Teil seiner arabischen Einwohner auch erst nach Beginn der ersten jüdischen Einwanderungswelle 1882 sich in Palästina ansiedelte – immerhin wuchs die arabische Bevölkerung, deren Einwanderung während der Herrschaft der britischen Mandatsmacht im Gegensatz zur jüdischen statistisch nicht erfasst wurde, zwischen 1900 und 1945 von 600 000 auf 1,5 Mio.). Gegen die hier dargelegten Einsichten muss sich sträuben, wer dem Glauben anhängt, mit Mitteln wie dem von der antisemitischen BDS-Bewegung praktizierten Israel-Boykott lediglich die „gerechte“ Sache der Palästinenser zu verfechten und dementsprechend außerstande ist, die Übereinstimmung eben dieser Sache mit dem antisemitischen Vernichtungswahn zu erkennen und um alles in der Welt ausschließlich und ausgerechnet in Israel einen zu beseitigenden Staat ausmacht.

Die Behauptung der BDS-Bewegung, entgegen ihrem tatsächlichen Ursprung auf der zu einem Fest der antisemitischen Hetze geratenen Antirassismus-Konferenz im südafrikanischen Durban 2001, lediglich einem zivilgesellschaftlichen Aufruf aus den Palästinensergebieten gefolgt zu sein, dient dieser Vorreiterbewegung des zivilgesellschaftlichen Antisemitismus gleichermaßen zur Parallelisierung des eigenen Treibens mit dem Boykott des überwundenen südafrikanischen Apartheidsstaats wie auch der Verschleierung des antisemitischen Gehalts der eigenen Boykottpraxis, begann die Dominanz der Vorbereitungstreffen zu dieser Konferenz durch islam(ist)ische, israelfeindliche Staaten doch, unter Ausschluss von Vertretern Israels, der iranischen Bahai, kurdischer Gruppen sowie der relativ israelfreundlichen Staaten Australien und Neuseeland, ausgerechnet auf der Vorbereitungskonferenz der asiatischen Staaten in Teheran, Sitz jenes Regimes, dem die Vernichtung Israels außenpolitischer Primat ist. Fast logisch ist dementsprechend die Nähe der BDS-Bewegung zum regelmäßig tagenden Weltsozialforum, dessen Existenz ebenfalls auf die besagte Konferenz in Durban zurückgeht (und in deren Verlauf Demonstranten vor der dortigen Synagoge Hitler-Poster schwenkten und verkündeten, dieser hätte den „Job“ nicht vollendet) und das im selben Jahr in Porto Alegre gegründet wurde. Auch liegt es ganz in der regulären Praxis des BDS, im Rahmen der jährlich nahezu weltweit stattfindenden Israel-Apartheid-Woche in Südafrika – begleitet von tätlichen Angriffen auf mehrere jüdische Studenten, an denen sich direkt zu beteiligen der BDS dann strategisch doch nicht dumm genug ist – Bilder von im syrischen Bürgerkrieg getöteten Kindern als solche von palästinensischen Opfern israelischer Gewalt zu deklarieren, wie Klaas Mokgomele von der Initiative Africans for Peace zu berichtete.

Eine Linke, die fähig wäre, mit Jean Améry zu erkennen, dass in dem als Nahostkonflikt letztlich euphemisierten antizionistischen Furor „nicht Gefahr gegen Gefahr gleicher Ordnung (steht)“, würde weniger einträchtig als während der Anti-G-20-Abschlussdemonstration in Hamburg im letzten Jahr neben Gruppen wie BDS oder FOR Palestine hermarschieren und die notwendige Denunziation dieser um des eigenen emanzipatorischen Anspruchs willen von solchen Protesten fernzuhaltenden Gruppen betreiben. Eben dies zu verhindern dient die antizionistische Arbeitsteilung, die in den genannten Bewegungen eben ihre zivilgesellschaftliche Abteilung hat, die durch die originär palästinensische Militanz komplementiert wird. Dass Judith Butler gleichermaßen den BDS unterstützt wie auch mit Hamas und Hisbollah führende „NGOs der Vernichtung“ (Gerhard Scheit) der globalen Linken (in einem ausdrücklich progressiven Sinne) zuordnet und dies lediglich mit dem Zusatz versieht, sie selbst würde gewaltfreien Aktivismus vorziehen, ist eben nicht lediglich Zufall, sondern drückt angemessen die Wahlverwandtschaft dieser Gruppierungen aus. Den regelmäßig vorgebrachten obligatorischen Distanzierungen vom Antisemitismus seitens des zivilgesellschaftlichen Israel-Boykotts ist weiterhin entgegenzuhalten, dass eine Kritik des Antisemitismus, die sich nicht in Solidarität mit dem heute mehr denn je bedrohten Israel begreift, keine ist.

Hamburger Studienbibliothek, Mai 2018

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